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Mittwoch, 17. September 2014

klatschmohnfrau - ein feuerwerk der Worte - roman

dieser roman von
noelle châtelet mit dem titel „klatschmohnfrau“
ist eine einzige ansprache an das gemüt.
bildhaft und sensibel, die richtigen worte für die szenen. meisterhaft.


sie beschreibt sehr, sehr gefühlvoll die empfindungen von marthe, einer 70jährigen dame.
eine dame in normalen verhältnissen, die alleine wohnt, aber dennoch eine große familie hat - kinder und enkelkinder.
ihr mann ist schon seit jahren verstorben und sie kommt ohne ihn wunderbar zurecht.
sie hat sich von ihm und seiner art befreit und sie hat losgelassen.


typische gewohnheit von marthe. sie geht jeden tag ins the trois canons, ein quartierbistro.
dennoch ändern sich dinge in ihrem leben.

auszug seiten 8 / 9
ihr plötzlicher widerwille gegen tee macht sie stutzig. doch wie soll eine frau,
die seit so vielen jahren nichts mehr begehrt, schon ahnen, dass die verwirrung, in die
sie geraten ist, ganz einfach auf einem gelüst beruht?
martre hat lust auf kaffee. nach zwanzig unermüdlichen ceylon-tee-jahren hat marthe lust auf kaffee.

diesen kaffee schlürft martre jetzt genüsslich mit halbgeschlossenen augen, als wache
sie zum zweitenmal auf.

dann drängt sich ihr ein vild auf, das noch ganz deutlich ist, weil es vom gestrigen
tag stammt, das bild des mannes mit den tausend halstüchern, stammgast wie sie im
bistro les trois canons nachmittags, wenn es ruhig wird….
gestern nachmittag hatte sich der mann mit den tausend halstüchern martre zugewandt. mit erstaunlicher
eleganz für einen mann, der trotz seines alters so kräftige hände hatte - hände, die sie
letztlich stärker überraschten als die eindrucksvolle vielzahl seiner halstücher und
schals- , hatte er langsam seine tasse gehoben und den kaffee, dessen starker ruft sie einhüllte und
mit dem er ihr offensichtlich zutrank, geschlürft, ohne die augen vonihr zu wenden, als wolle er sie teilhaben lassen.


eine beziehung beginnt leise und äusserst behutsam. sehr bedacht auf der einen seite und sehr ehrlich auf der anderen, der gefühlsseite.
ein zugeständnis gegenüber den neuen aufkommenden empfindungen und den sehnsüchten, die entstehen und die aufbrechen (dürfen).
ein neues ich in martre.


auszug seite 27
marthe hat eine verabredung.
das wort ist so köstlich, dass sie es im kopf hin un her dreht, 
so wie man ein karamellbonbon lutscht, 
das gegen die im zucker schwimmenden zähne stößt.
um sieben uhr. in den trois canons. noch heute abend.

es ist herrlich wie die autorin den leser teilhaben lässt an den veränderungen der person marthe.
sie beschreibt unglaublich bildhaft und detailliert, aber dennoch nur das wesentliche. es findet keine überfrachtung mit einzelheiten statt. im gegenteil. der leser hat das gefühl, mit den gelesenen informationen über alles notwendige ausreichend informiert zu werden. das bild von marthe und dem mann mit den tausend halstüchern entsteht nach und nach. 

ein bewegender roman. 
ein bewegter lebensabschnitt im leben von marthe.